Erinnerungshilfe
von Bhashkar Perinchery (10/2011)
Es gibt zwei Faktoren, die - wenn wir sie erkennen und akzeptieren - eine wirklich entscheidende Transformation in unserem Leben ermöglichen können. Ein Faktor ist das Erkennen, dass sich der die „Dynamik“ des Lebens durch einen fortwährenden Wandel, durch ein immer währendes Fließen vollzieht, und dass sich alles in einem 'wellenartigen' Prozess befindet – in einem Entwicklungs-Prozess, in einem Prozess der Veränderung! Wir sind es gewohnt, mit einer Idee oder einem Konzept über die Realität zu leben, die (bzw. das) 'statisch' ist. Die Vorgehensweise unseres Verstandes ist es, alle Eindrücke als bestimmte 'statische' Bilder und Konzepte abzustempeln und einzuorden. Auf diese Art und Weise kreieren wir Wissen, formen eine Idee von uns selbst und der Realität, die eigentlich nicht dem entspricht, wie es wirklich ist.
Wir müssen uns bewusst werden und erkennen, dass in Wirklichkeit alles im Leben ein fortwährendes Fließen, ein stetiger Wandel ist. Indem wir dieser Erinnerung erlauben, sich in unserem Leben zu vertiefen, kann das indirekt zu (einer Qualität) kreativer Lebendigkeit und Harmonie beitragen, denn dann können wir sehen, dass unsere Tendenz festzuhalten, einzuordnen und sich niederzulassen - wie sehr uns das auch den Anschein von Solidität und Sicherheit gibt - nicht auf der wahren Natur unserer Realität basiert, und können uns auf diese Weise für die Schönheit und Intelligenz der tieferen Dimensionen der Realität öffnen.
Diese Tatsache, dass sich alles in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess, einem Prozess des Fließens befindet, zu akzeptieren, ist ein Aspekt. Der zweite Aspekt, der es wert ist, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten, ist mit dem Ersteren (auch) sehr eng verbunden, und das ist, wenn wir die Tatsache berücksichtigen, erkennen und akzeptieren , dass unser ganzes Wissen in einem tieferen Sinne nur 'an der Oberfläche' ist. Wir wissen Einiges über und rund um verschiedene Aspekte des Lebens, und dieses Wissen ist in praktischer und funktioneller Hinsicht für das Leben nützlich. Aber je bewusster du wirst und beobachtest, desto klarer wird es dir werden, dass unser Wissen über uns selbst und über einander - unser Wissen über tiefere Aspekte der Wirklichkeit - kein wirkliches Verstehen ist, es ist eher eine 'Projektion in die Realität' und nicht die Wahrheit. Wenn dieser Aspekt von dir klar erkannt wird und du das akzeptieren und mit dieser Erinnerung, ohne am Wissen festzuhalten, leben kannst – ohne zu versuchen, dich in Konzepten und Glaubensvorstellungen niederzulassen, ohne zu versuchen, dich selbst und andere in irgendwelche feste Ideen, feste Bilder, feste Rollen etc. einzuordnen - dann wirst du erkennen, dass dich das für das Erfahren einer andersartigen Qualität der Wahrnehmung und des Verstehens öffnet, dass befreiend ist und dein Leben bereichert.
Diese zwei Aspekte sind sehr grundlegend. Durch die Anerkennung und bewusste Akzeptanz dieser Faktoren ermöglichen wir eine großartige Chance. Die Akzeptanz, die, wenn sie als Erinnerung in unser Leben einbezogen ist, ermöglicht eine tiefere Einsicht, die nicht nur ein Wissen ist, das man sammelt und archiviert, sondern, das zu einer 'gelebten Realität' in uns wird. Diese Erinnerung, diese Wachsamkeit erzeugt eine sehr wertvolle Grundlage für eine gesunde Entwicklung - eine tief schöpferische und feierliche Qualität zu leben. Indem wir das Fließen erlauben, erlauben wir auch die Anerkennung der Tatsache, dass das Wissen und die Urteile, die wir über uns selbst und andere haben – die in uns oft automatisch aufkommen – nicht die Wahrheit ist/nicht der Wahrheit entsprichen.
Die Tatsache bleibt, dass dieser Lebensvorgang, der sich ständig bewegt und verändert und so unfassbar lebendig ist, nicht zu einem Wissen reduziert und festgelegt werden kann!
Dies sind die beiden Aspekte, die auch die Orientierung für die folgenden Erinnerungshilfen bilden, die auf eine spielerische, aber pragmatische Art helfen, diese Einsichten zu vertiefen und zu erlauben, dass sie ein lebendiger Faktor in unserem Leben werden können. Das kann für unsere Art und Weise, das Leben zu erfahren, in ihm zu interagieren und es zu genießen eine sehr wertvolle Unterstützung werden, (auf einer gesunden Grundlage).
Die erste Erinnerungshilfe zur praktischen Anwendung ist: Wann immer du Wasser, Tee, Kaffee oder irgendeine andere Flüssigkeit trinkst, mache nach dem ersten Schluck eine kleine Pause. Erinnere dich der Tatsache, dass die Flüssigkeit, die du zu dir nimmst, in den Körper fließt, die Zirkulation und das fortwährende Fließen des Blutes unterstützt, mitwirkend in Richtung Lebendigkeit unseres Körpers und unseres Wohlbefindens. Durch dieses beständige Fließen findet im Körper eine fortwährende Reinigung, eine stetige Säuberung und Klärung statt. Erkenne, dass dieses 'Fließen' eine der Grundlagen der Lebensdynamik ist; fühle auch die ständige Bewegung, den ständigen Wandel, das ständige 'Fließen' der Lebensenergie in Form des Atems. Innerlich an nichts festhaltend, erlaube dir, mit dem Lebens-Fluss der Energie zu sein. Verweile für einige Momente mit dieser inneren Qualität des 'Fließens'! Lass es zu einem tieferen Erkennen in dir werden! Fühle es... Auf diese Art und Weise nimm dir jedes Mal, wenn du etwas trinkst einige Momente, um diese Tatsache des Lebens zu einem tieferen Erkennen in dir werden zu lassen. Mit dieser Erinnerung, dass alles, während es Teil des 'Fließens' ist, lebendig und dynamisch ist innerlich an nichts festhaltend, erlaube bewusst auch das Fließen im Innern. Lass das zu einer Unterstützung zur Steigerung (der Eigenschaft) der Lebendigkeit in deinem Leben werden.
Die zweite Erinnerungshilfe befasst sich mit dem Nicht-Festhalten. Nicht an irgendwelchen Konzepten, noch an irgendwelchem Wissen festzuhalten, indem wir erkennen, dass, was auch immer wir wissen - besonders über den Anderen in menschlichen Beziehungen oder über uns selbst – meist auf Bedingungen, bestimmten Eindrücken und Anforderungen, die wir gesammelt haben, zusammen mit dem Einfluss der positiven und negativen Erfahrungen unserer Vergangenheit basiert. Wie relevant solches Wissen für unser praktisches Leben auch sein mag, in Wirklichkeit ist es einer Täuschung ähnlich/trügerisch, denn wir versuchen uns selbst als auch die Anderen in einer begrifflichen Solidität festzulegen, die es so tatsächlich nicht gibt! Jeder verändert sich fortwährend, jeder von uns befindet sich in einem Prozess fortwährenden Lernens, Wachsens, Reifens. In jedem Moment gibt es verschiedene Eindrücke, andere Erfahrungen, die unser Leben beeinflussen, die unsere Art des Betrachtens und Erkennens bestimmen. Solange du dich mit dieser Erinnerung mit Anderen verbindest, unterstützt du dich selbst und (auch) den Anderen in Richtung (einer Qualität von) Authentizität und Lebendigkeit. So lange wie wir den Anderen auf eine Rolle festlegen und etikettieren – was sehr oft unsere normale und nicht so bewusste Art ist, damit umzugehen – solange schaffen wir auch für den Anderen Barrieren, sich zu öffnen und mit dem Dynamismus, mit dem Mysterium zu sein! Es ist mit einer gewissen Art Blindheit verbunden, wenn wir etikettieren und glauben, dass der Andere so ist. Ein bedeutender Gesichtspunkt davon, der meist nicht so bewusst bedacht wird, ist auch, dass wenn wir den Anderen in der Art und Weise festlegen, wir (gleichzeitig) auch uns selbst fest legen und das summiert sich/führt (dann) in Richtung einer subtilen inneren Stagnation. Bei der zweiten Erinnerungshilfe geht es darum, eine innere Wachsamkeit, die einem hilft, sich zu öffnen und in schöpferischen Verbindungen mit den Anderen zu wachsen, einzubringen.
Beobachte jedes Mal, wenn du einen anderen Menschen triffst, all die automatischen Reaktionen, die in dir aufsteigen, all die Gedanken, Beurteilungen, Konzepte und Etikettierungen, all die unterschwelligen Gefühle, die auftauchen. All dies sehend, erinnere dich der grundlegenden Tatsache, dass du tief im Innern nicht weißt, wer der Andere wirklich ist?! Wir haben diese Eindrücke, wir haben irgendwelche Konzepte, wir haben uns bestimmte Bilder von dem Anderen gemacht, die auf vergangenen Erfahrungen und Eindrücken basieren, aber kennst du den Anderen wirklich?! Erinnere dich daran, und bleibe mit diesem inneren Zustand, in dem man nicht in irgendwelchem 'Wissen' gefangen ist, so wachsam wie möglich. Das ist ein sehr wertvolles Fundament für eine einfühlsame und mitfühlende Art, mit dir und den Anderen zu sein. Dadurch gibst du dir selbst und dem Anderen den Raum sich zu öffnen und zu erblühen. Solch eine Erinnerung hilft uns auch natürlicher respektvoll gegenüber einander zu werden, da es möglich ist zu sehen, dass wir nicht nur diese Konzepte und Glaubensvorstellungen, an denen wir festhalten und uns damit identifizieren, sind – wir sind viel, viel mehr – wir sind Teil eines großartigen, tief miteinander verwobenen Mysteriums! Unser Verstand kann nicht und wir sollten auch nicht versuchen, das alles auf irgend eine Art von Wissen zu reduzieren. Je mehr wir innerlich wachsam bleiben, desto klarer und erkennbarer wird es für uns – was für eine Begrenzung der Verstand und daraus resultierendes Wissen hat, und auch wie ungeheuer bedeutungsvoll es ist, ein bewusstes, mitfühlendes und schöpferischer Teil in diesem Lebensprozess zu sein. Das hilft uns auch zu erkennen, was es bedeutet, in unseren menschlichen Verbindungen 'präsent' zu sein und wie solch eine Qualität von 'gelebter Präsenz' ein Segen für dich selbst und für einander wird. Bewusst zu leben wird eine Unterstützung für ein gesundes und harmonisches Leben werden – ermöglicht uns, dieses Leben als Segen zu erfahren und sich nicht in dem Missverständnis zu verirren, als ob es ein beschwerlicher Kampf ist! Es erscheint uns als Last, solange wir dem Leben nicht mit einer tieferen Bewusstheit begegnen und auf die Natur unserer Realität selbst schauen.
Praktiziere diese beiden Erinnerungshilfen sorgfältig und sieh zu, dass jede dieser Erinnerungshilfen mindestens sieben Mal am Tag angewendet und praktiziert wird. Wenn du dich jedes Mal, wenn du etwas trinkst, daran erinnern kannst, ist es das Beste. Aber manchmal, wenn du es vergisst oder eine andere Schwierigkeit auftaucht, akzeptiere das bringe dennoch mit einer spielerischen Art die Erinnerung mindestens zu sieben Gelegenheiten am Tag. Für die zweite Erinnerungshilfe, während du Menschen begegnest, selbst wenn du nicht in tiefe Gespräche oder Interaktionen gehst – dennoch, manchmal, einfach nur in dem man eine andere Person anschaut, kann es sein, dass , Gefühle, Gedanken, Assoziationen, Etikettierungen usw. entstehen – erlaube einer inneren Wachheit in diesen Interaktionen ein Schritt in Richtung einer tieferen, inneren Erinnerung und Selbstbeobachtung zu sein. Das wird sehr wertvoll sein. Das sind die beiden Erinnerungshilfen, mit denen du spielen, arbeiten und feiern kannst.
DAS „WIE“ zur Verwirklichung eines erfüllenden und befreienden Lebens
von Bhashkar Perinchery (02/2011) (Text download)
Die menschliche Realität ist ein unvorstellbar einzigartiger und sehr bedeutender Entfaltungsprozess. Wir als Menschen haben zwischen zwei Dimensionen zu „tanzen“, zwischen der Dimension der Zeit und der, der Ewigkeit, der Dimension des Verstandes und der göttlichen Dimension. Das ist es, was unser Leben so beson- ders herausfordernd macht, denn wir befinden uns zwischen diesen zwei natürlichen Faktoren - der Polarität und der durch sie entstehenden Dynamik - und die richtige Balance in unserem Leben zu finden, ist ein Prozess des Entdeckens, Lernens, Reifens und Erblühens.
Die Natur unserer Realität, die wir als „die Welt“ erleben, ist eine „traum-artige Realität“; dies wird dadurch begünstigt, dass wir eine innere Qualität entwickeln, die wie ein „Rausch“ wirkt!
Das Gleichgewicht im Leben zu finden, verlangt eine feine Art der Erinnerung, sodass wir die Dualität der Welt und die nicht-dualistische Dimension des Geistes - die man auch Dimension der Essenz oder göttliche Dimension nennen kann - überbrücken können.
Es wird oft gesagt: „Ja, wir haben von diesen Dingen gehört, gelesen und auch darüber nachgedacht, aber wir wollen wirklich wissen, wie es zu realisieren ist.“ Diese Erinnerungshilfen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit und das „Wie“ für alle, die ein tieferes Verständnis verinnerlichen und es ins Leben umsetzen wollen.
Vom „weltlichen“ Standpunkt aus gesehen, wo wir die manifestierte Schöpfung durch den Verstand betrachten, wird das Leben als Prozess der „Dualität“ erfahren, und hinter allem versteckt ist das Unbekannte, Unsichtbare, der „Schöpfer“. Aber von der Erfahrung der tieferen Realität aus gesehen - in der das Bewusstsein da ist, dass es tief innen keine Dualität gibt, dass diese Schöpfung nur ein Aspekt der „einen Realität“ ist - von diesem Zustand aus mit Worten auf die Natur der Realität hinzuweisen, verlangt eine an- dere Herangehensweise.
In dem ersten Ansatz der dualistischen Wahrnehmung, der meist von den Religionen benutzt wird, ist einerseits die Vorstellung vom Menschen hier unten und andererseits von Gott da oben. In dieser Art von Betrachtung wird die Erinnerung durch Gebet möglich, durch eine andachtsvolle Orientierung im Leben. Von der spirituellen Basis her annähernd, von der Wirklichkeit der Essenz aus schauend, muss sich der Mensch, um das Gleichgewicht zu finden und im Leben erfüllt zu sein, ebenfalls erinnern - sich seines Wesens, das unergründlich und wunderbar ist, erinnern und bewusst mit der Natur seiner innersten Wirklichkeit in Berührung kommen.
Also, entweder in Form von Gebet oder in Form eines Appells an das höhere Selbst, sind Erinnerungshilfen, die ins Leben gebracht werden, erforderlich, damit es eine bewusste Verbindung zwischen den zwei Dimensionen, dem Manifesten und dem Unmanifesten, zwischen der „traumartigen“ Welt und der „nicht-dualistischen Essenz“ der wahren Realität geben kann.
Es wird oft gesagt: „Ja, wir haben von diesen Dingen gehört, gelesen und auch darüber nachgedacht, aber wir wollen wirklich wissen, wie es zu realisieren ist.“ Diese Erinnerungshilfen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit und das „Wie“ für alle, die ein tieferes Verständnis verinnerlichen und es ins Leben umsetzen wollen.
Die Vergesslichkeit ist ein Bestandteil unseres Lebens. Sie beeinflusst sehr stark und zieht uns zu sehr in Äußerlichkeiten – in Rollen und Ziele, die Teil des dualistischen Prozesses sind. Deswegen ist es notwendig, absichtlich und bewusst solche Erinnerungshilfen in unser Leben einzubringen, entweder als Gebet oder als Appell an unser höheres Selbst. Damit unser grundlegendes Verständnis und unsere Einsichten assimiliert und ins Leben, in die Praxis umgesetzt werden können, ist es erforderlich, solche Hilfsmittel als Erinnerungsstütze zu benutzen, sodass die- ses Verständnis zur Basis unserer gelebten Realität wird.
Beide Orientierungen, richtig angewendet, führen zur tief erfül- lenden und befreienden Erfahrung unserer grundlegenden Wirklichkeit. Ohne das richtige Einsehen, ohne die richtige Erinnerung, ohne das richtige Bewusstsein über die Natur unserer Realität, verlieren wir Menschen uns leicht in unterschiedlichen Missverständnissen, falschen Interpretationen usw.. Und anstatt kreativ, intelligent und liebevoll zu leben, neigen wir leicht dazu, in ein machtorientiertes, kontrollierendes, erzwingendes, zerstörerisches, liebloses und unmenschliches Verhalten hineinzurutschen und uns darin zu verfangen.
Wir befinden uns in einer Phase der Entwicklung der Welt, in der es sehr entscheidend und notwendig ist, dass jeder einfühlsame Mensch beginnt, „die Erinnerung“ ins Leben umzusetzen.
Ob jemand eine religiöse und mystische Orientierung im Leben hat oder ohne religiöse und spirituelle Richtung versucht, sein Leben so intelligent, bewusst und offen wie möglich zu betrachten, diese Erinnerungshilfen werden für beide lebensbereichernd sein.
Ob man sich als religiös, nicht-religiös, atheistisch oder sich in keinerlei Weise einstuft – für jeden können diese Erinnerungshilfen sehr unterstützend wirken. Jeder kann durch das Integrieren und die praktische Anwendung der Erinnerungshilfen im Leben etwas Positives zur eigenen Entwicklung und auch der Gesellschaft beitragen.
Damit werden wir uns während des kommenden „Zeitraums für intensive Bewusstheit“ auseinandersetzen: die zehn Erinnerungshilfen bewusst zur Wahrnehmung bringen, um sich zu öffnen, es tiefer aufzunehmen und zu leben.
Ohne das richtige Einsehen, ohne die richtige Erinnerung, ohne das richtige Bewusstsein über die Natur un- serer Realität, verlieren wir Menschen uns leicht in unterschiedlichen Missverständnissen, falschen Interpretationen usw; anstatt kreativ, intelligent, liebevoll und- freudevoll zu leben, neigen wir dann leicht dazu, in ein machtorientiertes, erzwingendes, zerstörerisches und unmenschliches Verhalten hineinzurutschen und uns darin zu verfangen.
DieseErinnerungshilfen könnenfolgendermaßenangewendetwerden: Zuerst ist es erforderlich, eine geschriebene Form dieser zehn Erinnerungshilfen vorzubereiten. Wenn möglich, benutze zehn verschiedene Karten; eine Karte jeweils für eine Erinnerungshilfe. Morgens beginnend, nimm dir jede volle Stunde einige Minuten, um jeweils mit einer Erinnerungshilfe zu sein.
Wenn dein Alltag z.B. um 9.00 Uhr beginnt, dann nimm dir zu jeder vollen Stunde eine Erinnerungshilfe, lies sie, sei da- mit und lass es auf dich wirken. Fühle es, erlaube eine klei- ne Lücke, damit es von dir aufgenommen werden kann – bleibe einfach für einige Momente mit einer bewussten Offenheit mit dem Inhalt dieser Erinnerungshilfe; sei sanft, empfänglich, so andächtig, als ob du ein Lebenselixier zu dir nimmst – Schluck für Schluck. Sei auf die gleiche Art und Weise stündlich mit jeweils einer Erinnerungshilfe.
Lass es zu einer sehr wertvollen Nahrung für dein Erblühen werden.
Es wird für die individuelle Entwicklung und Erfüllung als auch für die Entwicklung in der Welt sehr entscheidend sein, wenn diese Erinnerungshilfen in der richtigen Art und Weise angewendet und gelebt werden.
Diese zehn Erinnerungshilfen, in den Alltag eingebettet, können als Appell an das höhere Selbst oder als universelles Gebet angewendet werden. Somit sind sie für Menschen aller Religionen wie auch für nicht-religiös oder atheistisch orientierte Menschen geeignet.
Ob als Appell an das höhere Selbst oder als Gebet, es ist in jedem Fall wertvoll, dass du dir den Raum in diesem Sinne nimmst; wo immer du auch bist, ob du gerade bei einer Tätigkeit im Büro oder anderswo bist, nehme dir die Zeit und den Raum jede Stunde für einige Minuten mit einer Erinnerungshilfe zu sein.
Diese Erinnerungshilfen können folgendermaßen angewendet werden: Zuerst ist es erforderlich, eine geschriebene Form dieser zehn Erinnerungshilfen vorzubereiten. Wenn möglich, benutze zehn verschiedene Karten; eine Karte jeweils für eine Erinnerungshilfe. Morgens begin- nend, nimm dir jede volle Stunde einige Minuten, um jeweils mit einer Erinnerungshilfe zu sein.
1. Stunde - Erinnerungshilfe 1:
Lass mich immer daran erinnern, zuerst meine Aufmerksamkeit darauf zu richten, was in mir vorsichgeht, anstatt mich nur darauf zu beschränken, was von Außen kommt.
2. Stunde - Erinnerungshilfe 2:
Lass mich daran erinnern, dass, wie mir die Situationen erscheinen oder von mir interpretiert werden, nur einer von vielen Blickwinkeln ist; lass mich nicht glauben, dass es die absolute Wahrheit ist, wie ich die Dinge sehe oder wahrnehme und dabei in dogmatische, fanatische und ernste Urteile und Reaktionen verfangen werde.
3. Stunde - Erinnerungshilfe 3:
Lass mich in jeder Situation daran erinnern, meine Aufmerksamkeit darauf zu richten, was ich bekommen habe, was mir gegeben wurde, was positiv als Geschenk des Lebens da ist, anstatt meine Aufmerksamkeit darauf zu beschränken, was nicht da ist, was nicht gegeben wurde und darüber zu jammern und sich zu beklagen.
4. Stunde - Erinnerungshilfe 4:
Lass mich daran erinnern, dass ich mit jedem Gedanken, jedem Gefühl, mit dem ich mich beschäftige, mit jedem Tun oder Zurückhalten, meiner Energie eine Richtung zu fließen und sich zu manifestieren gebe, wodurch ich entweder ein „positives“ oder ein „negatives“ Energiefeld um mich herum erschaffe, in dem ich dann fortwährend „bade“. Lass mich dabei meiner Verantwortung bewusst werden und meine Chance erkennen.
5. Stunde - Erinnerungshilfe 5:
Lass mich lieber nachsichtig und freundlich auf mich selbst schauen und versuchen, mich tiefer zu verstehen, anstatt mit mir zu kämpfen, mich zu verdammen oder in Schuldgefühlen steckenzubleiben.
6. Stunde - Erinnerungshilfe 6:
Lass mich sowohl meine Mitmenschen als auch das Leben selbst mitfühlender, geduldiger und spielerischer betrachten.
7. Stunde - Erinnerungshilfe 7:
Lass mich innerlich in der Lage sein, dass ich alles im Leben „direkt“ betrachten kann, ohne in meinen gewohnten Urteilen, die auf Projektionen durch angesammelte Konzepte und Glaubensvorstellungen, Vorlieben und Vorurteile, Ängste und Wünsche basieren - und die ich als Wissen in mir trage, die Teil der unbewussten Konditionierung aus meiner Vergangenheit sind - gefangen zu werden.
8. Stunde -Erinnerungshilfe 8:
Lass mich daran erinnern, dass ich all das, was ich meist für selbstverständlich halte, – die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken, die Nahrung zum Essen, die Wärme der Sonne, die Farben in der Natur und der Duft der Blumen, der Geschmack der Früchte und der Gewürze, die Schönheit der Vögel und der anderen Tiere, die Mitmenschen, die Freundschaft und Liebe, die Gesundheit, der Atem, das Leben – nicht für selbstverständlich nehme.
9. Stunde - Erinnerungshilfe 9:
Möge ich erkennen und mit der Erinnerung der Tatsache leben, dass alles, was in der Welt existiert, einschließlich des Körpers und der Persönlichkeit – mit der ich mich norma- lerweise identifiziere und die ich als „Ich“ bezeichne - Teil einer fortwährenden, sich verändernden und vorübergehen- den Erscheinung des Lebens ist - dies erinnernd, lass mich jeden Moment wertschätzend genießen, mich daran erfreuen und die Einzigartigkeit von all dem feiern, anstatt zu versuchen, daran festzuhalten oder mich darin niederzulassen.
10. Stunde- Erinnerungshilfe 10:
Lass mich erkennen, dass Konflikte, Auseinandersetzungen und Disharmonie Teil des natürlichen Prozesses unserer Realität sind. Wenn wir richtig damit umgehen, können sie uns helfen zu wachsen, unser Potential zu entwickeln und die Dynamik und die Lebendigkeit des Lebens zu erschaffen. Lass mich in diesem Sinne das Natürliche mit seiner Vielfalt und Gegensätzlichkeit akzeptieren und respektieren und durch all dies lernen und reifen.
Lass mich auch nicht vergessen, die Inhalte dieser Erinnerungshilfen, dieser Gebete in meinem Herzen zu behalten und sie Tag für Tag, von Situation zu Situation, von Moment zu Moment in meinem Leben anzuwenden und damit so schöpferisch wie möglich zu leben.
Es erfordert eine aufrichtige Beteiligung und eine innere Entschlossenheit. Noch einmal - es kann von Jedem angewendet werden! Es wird in diesem sehr schwierigen und bedeutenden Wendepunkt des Lebensprozesses auf dieser Erde sehr wertvoll und entscheidend sein.


